Ein Ortungssender, der leicht genug ist, um einer Hornisse mitgegeben zu
werden — und der sie zurück zu ihrem Nest führt. Hier steht, was er wiegt,
was er kann und wie er sich gegen die Fachliteratur einordnet.
In Entwicklung — Stand wird fortgeschriebenKein Verkaufsangebot. Die Angaben beschreiben den Entwicklungsstand,
nicht ein lieferbares Produkt.
Wer am Bienenstand Asiatische Hornissen sieht, hat ein Problem, das sich nicht
am Stand lösen lässt: Solange das Nest steht, kommen immer neue Tiere nach. Die
Forschung ist sich einig, dass nur das Auffinden und Entfernen des Nestes wirkt
— und dass genau das der schwierige Teil ist, weil Nester gut versteckt hoch in
Bäumen sitzen und fliegende Hornissen sich mit dem Auge nicht über Distanz
verfolgen lassen [1].
Was auf dem Spiel steht, ist inzwischen beziffert. Eine französische Arbeit hat
Feldaufnahmen, Verbreitungsmodelle und Simulationen kombiniert und kommt für
Frankreich auf ein jährliches Risiko von bis zu 29,2 Prozent der
Völker im Hochprädationsszenario und Kosten von bis zu
30,8 Millionen Euro pro Jahr[6]. Und eine zweite
Arbeit zeigt, warum der Schaden entsteht, ohne dass ein einziges Volk
„aufgefressen" wird: Sitzen genug Hornissen vor dem Flugloch, stellen die Bienen
den Flugbetrieb ein. Vollständige Sammel-Lähmung war rechnerisch ab
12,6 gleichzeitig schwebenden Hornissen zu erwarten; beobachtet
wurden zwischen null und zwanzig Tieren vor einem Flugloch [5].
Das Volk verhungert nicht am Fraß, sondern an der Angst: Es hört auf zu fliegen,
zehrt die Vorräte auf und geht geschwächt in den Winter [5].
Wie klein er ist
Der Sender misst 6 × 3,5 × 2 Millimeter. Das folgende Bild
zeigt ihn neben einem 2-Euro-Stück — dieselbe Aufnahme, aus der auch die
Größenangabe stammt.
Der Sender neben einem 2-Euro-Stück. Der feine Draht ist die
Antenne — sie ist länger als die Platine selbst.
Maßstabsgetreu nebeneinander wird der Größenunterschied noch deutlicher. Die
Hornisse ist mit rund 25 Millimetern Körperlänge angesetzt, das 2-Euro-Stück
misst genau 25,75 Millimeter:
Grafik lässt sich seitlich verschieben
Die technischen Daten
6 × 3,5 × 2 mmAbmessungenLänge × Breite × Höhe
0,120 gGewichtweniger als ein Zehntel Gramm
300 mReichweiteunter günstigen Bedingungen
3 hBatterielaufzeitrund drei Stunden
Als Antenne kommt ein Rundumstrahler zum
Einsatz: Er sendet in alle Richtungen gleich, damit das Signal unabhängig davon
ankommt, wie das Tier gerade im Raum steht.
Der Gewichtsvergleich — die eigentliche Nachricht
Beim Gewicht entscheidet sich, ob so ein Sender überhaupt funktioniert. Die
bislang erfolgreichste veröffentlichte Nestsuche per Funk arbeitete 2018 mit
Sendern von 0,28 Gramm und fand damit fünf zuvor unbekannte
Nester, das entfernteste 1,33 Kilometer vom Freilassungsort [1].
Dieselbe Arbeit nennt auch die Belastungsgrenze: Wiegt der Sender mehr als
80 Prozent des Körpergewichts des Tieres, fliegt es nicht mehr
normal — und führt niemanden mehr nach Hause.
Grafik lässt sich seitlich verschieben
Mit 0,120 Gramm wiegt der VeluFinder-Sender weniger als
die Hälfte dessen, womit die erfolgreichste veröffentlichte Nestsuche
gearbeitet hat [1]. Die 80-Prozent-Grenze wird damit deutlich
unterschritten.
Reichweite und Flugverhalten
Rund 300 Meter Reichweite klingen wenig — gemessen am tatsächlichen
Flugverhalten der Tiere sind sie es nicht. Zwei unabhängige Messreihen zeigen,
in welchen Entfernungen sich die Suche abspielt:
Die Reichweite liegt damit in derselben Größenordnung wie die längsten
Flugstrecken, die überhaupt am Stück per Radar verfolgt werden konnten. Die
Suche läuft ohnehin nicht in einem Zug ab, sondern in Etappen: Man folgt dem
Signal, verliert es, geht in die zuletzt angezeigte Richtung weiter und fängt
es wieder ein.
Die vier Empfangswege
Das Signal lässt sich auf vier Wegen aufnehmen — vom Handy allein bis zur
Drohne. Welcher Weg der richtige ist, hängt vom Gelände ab.
1
📱Smartphone-App
Die App erkennt selbständig, wenn man sich dem Sender nähert, und zeigt die Signalstärke auf der Karte an. Für den schnellen Einsatz ohne Zubehör.
keine zusätzliche Ausrüstung nötig
einfache Bedienung
Signalerkennung und Entfernungsanzeige laufen automatisch
2
📡Rundstabantenne
Eine handliche Antenne, die die Empfangsreichweite deutlich erhöht und das Signal in schwierigem Gelände stabiler hält.
größere Reichweite als das Handy allein
handliche Bauform
robust und wetterfest
3
🎯Richtantenne
Sie zeigt nicht nur, dass ein Signal da ist, sondern aus welcher Richtung es kommt. Das ist der Unterschied zwischen „irgendwo hier“ und „dort entlang“ — besonders in unübersichtlichem oder dicht bewachsenem Gelände.
höchste Genauigkeit bei der Richtungsbestimmung
Richtung und Signalstärke live in der App
für gezielte Einsätze
4
🚁Drohnen-Empfänger
Aus der Luft lassen sich große Flächen in kurzer Zeit abdecken. Die Empfangsdaten gehen live ans Handy, wo Richtung und Stärke auf der Karte erscheinen.
schnellste Abdeckung großer Flächen
für handelsübliche Drohnen gedacht
Übertragung in Echtzeit
Einordnung und Grenzen
Damit hier nichts größer erscheint, als es ist — drei ehrliche Einordnungen:
Das Gewicht ist der eigentliche Fortschritt. 0,120 Gramm
gegenüber 0,28 Gramm in der Fachliteratur [1] — das ist weniger
als die Hälfte und der Punkt, an dem sich entscheidet, ob ein Tier normal
weiterfliegt.
Rund drei Stunden Laufzeit sind ein enges Zeitfenster. Die
Suche muss innerhalb dieser Spanne stattfinden. Zum Vergleich: Die
Hauptflugzeit der Tiere liegt zwischen 7 und 20 Uhr, einzelne Flüge dauern
meist unter einer Stunde [3].
Ein Sender ersetzt nicht das Auffinden vor Ort. Er führt in
die Nähe. Das letzte Stück übernimmt das Auge — oder, bei kahlen Bäumen und
vor Sonnenaufgang, eine Wärmebildkamera [7].
Stand der Entwicklung. Diese Seite beschreibt einen
Entwicklungsstand, kein fertiges Produkt. Es gibt derzeit kein
Verkaufsangebot, keinen Preis und keinen Liefertermin. Sobald sich etwas
ändert, wird diese Seite fortgeschrieben.
Quellen
Kennedy P. J. et al. (2018): Searching for nests of the invasive Asian
hornet (Vespa velutina) using radio-telemetry. Communications Biology.
10.1038/s42003-018-0092-9
Rossi et al. (2021): Tracking the invasive hornet Vespa velutina in
complex environments by means of a harmonic radar. Scientific Reports.
10.1038/s41598-021-91541-4
Poidatz J. et al. (2018): Activity rhythm and action range of workers of
the invasive hornet Vespa velutina, measured by RFID tags. Ecology and
Evolution.
10.1002/ece3.4182
Maggiora R. et al. (2019): An Innovative Harmonic Radar to Track Flying
Insects: the Case of Vespa velutina. Scientific Reports.
10.1038/s41598-019-48511-8
Requier F. et al. (2018): Predation of the invasive Asian hornet affects
foraging activity and survival probability of honey bees in Western Europe.
Journal of Pest Science.
10.1007/s10340-018-1063-0
Barbet-Massin M. et al. (2023): Economic costs of the invasive
Yellow-legged hornet on honey bees. Science of the Total Environment.
10.1016/j.scitotenv.2023.165576
Rossi et al. (2020): Viability of thermal imaging in detecting nests of
the invasive hornet Vespa velutina. Insect Science.
10.1111/1744-7917.12760